Das sechste Bremer Shudan Hochschulsport-Go-Turnier fand am 11./12. Oktober 2014 statt.

6. Shudan 2014

Nach den vielen positiven Rückmeldungen beim letzten Turnier fand auch dieses Jahr wieder ein Bremer Turnier statt.

Turnierergebnisse

Ein kleiner Bericht zum Bremer Shudan, aus der Sicht eines Neulings

von Kasim Cinar

Go, eine Welt, die ich jetzt nach und nach für mich entdecke, Stück für Stück. Im Internet habe ich schon vor einigen Jahren angefangen Go zu spielen, mal mehr dann mal wieder weniger. Aber erst vor ein paar Monaten fing ich an, mich zum Besuch eines Spieleabends durchzuringen. Seitdem bin ich hängen geblieben und entdecke ständig etwas Neues im Go.

Da ich zuvor schon Jahre lang in einem Schachverein gespielt habe und dort viele Turniere erlebte, wollte ich damit auch beim Go anfangen. Zuerst spielte ich in Köln und in Berlin, zwei Turniere die mir zu gefallen wussten. Aber besonders freute ich mich auf mein drittes Turnier den Bremer Shudan, denn hier konnte ich endlich ein Go Turnier in meiner Heimat spielen.

Zunächst half ich etwas bei der Organisation mit. Ich lieh einige Schachuhren vom Schachklub Bremen West (meinem Schachverein, bei dem ich auch eine Kooperation mit den Go LV Bremen, vermitteln konnte), für das Turnier aus. Half beim Aufbau im MZH Gebäude der Uni Bremen mit, sowohl im Turniersaal, als auch in unserem kleinen Imbiss. Dort wurden wir von Hartmut Kehmann und Rüdiger Naeve, mit selbstgekochten und leckeren Essen, wunderbar versorgt, dafür noch einmal ein großes Lob.

Nach dem Aufbau, ging die Vorfreude und Spannung erst richtig los. Wir sahen wie nach und nach immer mehr Teilnehmer sich anmeldeten. Wir waren gespannt, ob wir die Teilnehmerzahl der Voranmeldeliste erreichten, welche bei 55 Spielern lag. Am Ende haben sich sogar 58 Spieler eingefunden. Darunter war sogar einer der besten deutschen Spieler Benjamin Teuber, der ja auch aus Bremen stammt und seit langem mal wieder ein Turnier in seiner Heimat bestritt. Natürlich meldeten sich auch andere Spieler an, die sich sehen lassen konnten, wie z.B. Matthias Terwey 4. Dan, oder Christopfer Lieberum 3. Dan, oder auch unser Andres Pfeiffer 2. Dan, welcher sich im Turnier den dritten Platz sichern konnte.

Dann fanden wir uns endlich ein zum Turnierbeginn, jeder war heiß darauf endlich loszulegen. Wir klärten noch ein paar Formaltäten, wie z.B. den Schiedsrichter, Benjamin Teuber erklärte sich bereit, diesen Posten zu übernehmen. Auch die Übernachtung wurde noch einmal angesprochen, ich sollte, für den Fall das nicht genug private Übernachtungsmöglichkeiten existieren, in der Turnhalle, die wir in der Hinterhand hatten dafür, den Aufpasser machen, allerdings bekamen wir alle unter, so dass die Halle nicht gebraucht wurde.

Dann gab es endlich die ersten Paarungen, ich spielte ausgerechnet gegen Johannes Kopmann, einen Spieler, der wie ich auch Bremer ist und den ich regelmäßig am Go Abend treffe. Es ist bei so einem Turnier immer eine zweischneidige Sache, gegen einen direkten Kameraden zu spielen, zum einen will man den eigenen Leuten ja nicht den Erfolg nehmen, aber zum anderen will man sich durchsetzen und selber Punkte holen im Turnier. Es wurde ein schwieriges Spiel, ich konnte zwar eine große Gruppe töten von ihm, aber drohte so viel Raum zu erobern, dass ich das nicht aufgeholt hätte, wenn er erfolgreich wäre. Ich begann dann einen in seinem Gebiet Steine zu setzen und ums Leben da zu kämpfen, ich meine ich hatte durchaus Chancen, den Kampf darum auch zu gewinnen, aber da seine Zeit viel und ich dadurch siegte, musste ich es nicht mehr ausspielen.

Nächste Runde, hier spielte ich sehr aggressiv und es kam zu vielen kämpfen, dabei machte vor allem ich Druck, dennoch hatten meine Gruppen auch mal Probleme, es gab ein andere hin und her, am Ende setzte ich mich durch, eine Riesengruppe meines Gegners war nicht mehr zu retten und er gab auf. Im dritten Spiel war mir das Glück hold. Ich hatte in Eröffnung ja noch brauchbar gespielt, aber dann habe ich mich in einem Kampf so verzettelt, dass bei einem Wettrennen zum Töten von Gruppen mein Gegner leider einen Zug schneller war. Aber mit einem Trick, auf den er zu meinem Glück reinfiel, war ich auf einmal der schnellere, aber er hat seine Steine gut verkauft und bekam so viel Raum, das er immer noch den Sieg bekommen hätte, also versuchte ich im Endspiel noch einmal einen Trick auf den er dann auch reinfiel und so gewann ich dann doch noch, wenn auch sehr glücklich. Zwischen den Runden nutzte ich die Gelegenheit und lernte einige der Spieler kennen, die nicht aus Bremen waren und unterhielt mich mit ihnen. Vor allem mit ein paar Chinesen, mit denen ich über interessante Themen aller Art reden konnte, mal auf Deutsch mal auch auf Englisch. Am Abend des ersten Turnier Tages ging ich dann noch mit einer Gruppe der Turnierspieler zu einem italienischen Restaurant, wo wir uns bei gutem Essen, über den Tag unterhielten und ihn so ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen gab es erst einmal ein kostenloses Frühstück für alle, bei dem jeder ordentlich zuschlagen konnte, auch hier konnte man sich gut unterhalten. Wir genossen das Frühstück, das gut organisiert war und eine ordentliche Abwechslung bot und auch hier habe ich mich wieder mit meinen neuen Bekanntschaften aus China unterhalten.

Dann endlich begann die vierte Runde. Ich spielte gegen einen Kameraden, meines Gegners aus der dritten Runde, der so unglücklich gegen mich verlor. Es war zunächst eine interessante Partie, bei der ich glaube ich an einer Stelle, einen ordentlich Vorteil rausholen konnte, allerdings spielte ich falsch und er hat eine Ecke von mir getötet. Nun gut in der Partie davor hatte ich sehr viel Glück gehabt, da brauchte ich mich nicht zu beklagen, aber mein Fehler war schon etwas sehr unnötig. Also kassierte ich meine erste Niederlage, natürlich konnte ich zufrieden sein mit meinen Turnierergebnissen insgesamt, aber das letzte Spiel wollte ich noch gewinnen um in die Preisränge zu kommen.

Ich spielte dann gegen einen Gegner der alles bis dahin gewonnen hat und somit hochgelost wurde. Daraus ergab sich dann eine ziemlich spezielle Partie. Nach der Eröffnung war ich absolut zufrieden ich führte und bekam Druck auf zwei seiner Gruppen. Auch im Mittelspiel konnte ich druckvoll spielen, gegen eine seiner Gruppen, während er die andere gerettet hat. Aber ich habe auch fehlerhafte Züge nach einiger Zeit gemacht, wodurch er dann auf einmal sehr leicht zum Leben kam, mit der bedrohten Gruppe, da hatte ich durchaus mehr Angriffspotential gehabt, auch hätte ich meine Mauern wohl etwas stabiler bauen können um nicht so viele Schwachpunkte zu haben danach.

Nach und nach schloss sich das Spiel, aber dann begann er zu invadieren und ich habe hier etwas zu fahrlässig gespielt, er hat mir noch mal das Leben schwer gemacht, ich konnte ein Worst Case Szenario verhindern, habe aber viel Gebiet eingebüßt. Auch an anderer Stelle wurde es noch mal gefährlich für ein paar Steine und vor allem das zugehörige Gebiet von mir, dort habe ich mich aber noch mal mit einem erfolgreichen Ko Kampf gerettet. Am Ende konnte ich dann doch noch mit einem 7,5 Punkte Vorsprung gewinnen und wir bekamen beide einen Buchgutschein bis zu 25€.

An der Turnierspitze setzte sich souverän Benjamin Teuber durch, gefolgt von Matthias Terwey und unserem Andres Pfeiffer, welcher sich mit interessanten, teilweise dramatischen Go Partien, verdient einen Platz in den Geldrängen sicherte. Und mit Benjamin Teuber haben wir einen Turniersieger, der zwar jetzt in Hamburg lebt und auch für Hamburg spielt, der aber dennoch eine Art Lokalmatador ist, denn geboren und aufgewachsen ist er ja hier bei uns in Bremen. Somit haben wir in gewisser Weise ja auch doch einen Bremer Sieger beim Bremer Shudan gehabt.

Nach der Siegerehrung, verabschiedeten sich dann die Spieler von außerhalb und wir bauten wieder alles ab und nahmen es wieder mit (wobei wir auch das Oldenburger Material mitnahmen, weil sie es vergaßen und später wieder abholen mussten).

Als Fazit muss ich sagen, mir hat das Turnier wunderbar gefallen und ich will unbedingt auch nächstes wiederdabei sein. Also auf ein Neues und ich hoffe dass wir im nächsten Jahr alte und neue Gesichter begrüßen dürfen, bei unserem Turnier.

Fotos

Von Joachim Beggerow
Von Hartmut Kehmann